Heimathaus Mariazell
In 25 Schauräumen des Heimathauses werden Exponate zu den Bereichen Wallfahrt, Eisenguss, aussterbendes Handwerk, ländliches Leben, urzeitliche Höhlenfunde, Frühzeit des Skisports, 130 Jahre Photographie und Mariazellerbahn gezeigt. Unter dem Dach sind Holzknecht- und Almhütten aufgebaut.
Vom Bürgerspital zum Heimathaus
Das heutige "Heimathaus Mariazell" wurde im frühen 17. Jahrhundert als "Unteres Spital - Bürgerspital" erbaut. Als soziale Einrichtung, als Spital, Armen- und Siechenhaus wurde es von der Kirche und der Gemeinde zur Versorgung der Ärmsten, die sich selbst nicht mehr helfen konnten, geschaffen. Gegenüber befand sich das "Obere Bürgerspital", in dem vor allem kranke Wallfahrer von einer Pflegerin notdürftig versorgt wurden, bis sie ihren oft sehr weiten Heimweg antreten konnten. Eine kleine Landwirtschaft erbrachte das Notwendigste an Nahrung für die Insassen, wobei Faverlsuppe, Kraut und Erdäpfel einen breiten Raum einnahmen. Fleisch gab es nur an hohen Festtagen.
In diesem Haus wurden aber auch Prozessionen zusammengestellt, um von hier - unter feierlichem Glockengeläute - singend und betend mit Fahnen und Tragemadonnen über die Wiener Straße zur Gnadenmutter von Mariazell in die Basilika einzuziehen. Die im Jubiläumsjahr 1957 durchgeführte volkskundliche Ausstellung in der alten Hauptschule Mariazell, zu der Exponate des Volkskundemuseums Graz und des Technischen Museums Wien, sowie einzelne Gegenstände aus den Beständen des aus den 30-iger Jahren stammenden "Mariazeller Bezirksmuseums" gezeigt wurden, rief die Erinnerung an dieses Museum wieder wach.
Nun bemüht sich schon die nächste Generation, die vorhandene Sammlung unserer Ortsgeschichte, die in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen wurde und in liebevoller Weise im Museum des "Mariazeller Heimathauses" präsentiert wird zu erhalten, erweitern und vor allem den jüngeren Besuchern
näherzubringen.
Kontakt
Wiener Straße 35
8630 Mariazell
Tel.: 03882/43126

